Archiv der Kategorie Internes

Aus der Schreibstube … (II)

Ein weiteres Schnippet aus der neuen Kowa:

Irmina ging bedächtig den schmalen Weg entlang, der unter einer langen Reihe herabhängender Weiden eher einem Tunnel glich. Sie hatte die Augen geschlossen und spürte den Weg mit ihren Sinnen. Sie hatte während verschiedener Übungen entdeckt, dass optische Reize sie bei der Konzentration störten, deshalb blendete sie sie aus.
Hier zwischen den Bäumen und den umliegenden Sträuchern mochte sich noch der eine oder andere Rest der alten Luft befinden. Manchmal reichte ein einzelnes Molekül, um einen Hinweis zu geben. Natürlich hoffte Irmina auf mehr, denn ihre Fähigkeiten würden dafür nicht ausreichen.
Ja, der Sub-Domus hatte sich hier aufgehalten, war vielleicht wie sie durch den Weidentunnel gelaufen. Er war - gut gelaunt gewesen, geradezu euphorisch. Sie spürte eine Komponente Unsicherheit darin. Ein erstes Anzeichen? Die Intensität der Eindrücke überraschte sie, selbst zwischen den Bäumen sollte die Lufterneuerung die Spuren größtenteils entfernt haben. Die kühle Luft zusammen mit den Erfahrungen schuf eine düstere Atmosphäre, der sie sich nicht ganz entziehen konnte.
Als Irmina den Tunnel verließ, atmete sie daher unwillkürlich auf und merkte erst jetzt, dass sie unter großer Anspannung gestanden hatte. Was waren das für Gefühle, die der Vertreter Munns kurz vor seiner Tat gehabt hatte? Freute er sich auf das Massaker? Irmina glaubte es nicht, dazu war die Fröhlichkeit zu stark positiv.
Sie drehte sich noch einmal um, wie um die Weiden zu fragen, ob sie ihr helfen könnten. Doch die Bäume schwiegen und das dunkle Tunnelloch glotzte sie nur wesenlos an.
Auf dem gesamten Gelände des Parks fand sie keine weitere Stelle, die auch nur annähernd soviel aus der Vergangenheit preis gab wie die Weiden. Einzig zwei Buschgruppen, deren bunte Blüten und zu seltsamen Figuren geformten Blätter sie sonst begeistert hätten, enthielten winzige Mengen eines Eindrucks, den sie willkürlich dem potentiellen unbekannten Attentäter zuschrieb.

Aus der Schreibstube … (I)

Die Straße lag im dunklen Schatten der großen Bohrtürme. Die wenigen Lichter an den Hauseingängen spendeten eine diffuse Beleuchtung. Es gab genügend dunkle Flecken, um von seinem jetzigen Standort schnell hinüber zur Rampe zu gelangen. Wenn da nicht die spielenden Kinder wären. Mussten ausgerechnet jetzt und hier dieses dämliche Hüpfspiel anfangen.
Jeng Tibor sah sich ruhig um. Bisher schien seine kleine Flucht nicht bemerkt worden zu sein. Das konnte allerdings nicht mehr lange anhalten. Irgendwann würden sie ihn zurückerwarten. Doch bis dahin wollte er einen ausreichenden Vorsprung besitzen.
Einige dutzend Schritte weiter führte eine Metalltreppe außen an der Wand einer Behausung hinauf zum Dach. Da die flachen Wohnbauten der Arbeiter sehr nah zusammen standen, sollte er die drei oder vier Sprünge zum nächsten schaffen.
Ohne weiter nachzudenken, lief Jeng los.
Er hastete die Stufen hoch, lief beinahe lautlos zum ersten Rand und setzte ohne zu zögern über. Dann wieder einige Schritte und Sprung. Die Kinder beachteten ihn nicht, waren mit ihrem Spiel beschäftigt. Der nächste Sprung. Als er auf dem Dach des dritten Hauses landete, brach das Material einfach weg und er stürzte mit Getöse in den Wohnraum. Mitten im Schutt des Dachmaterials blieb er benommen liegen. Er hatte nur einen Gedanken: hoffentlich war der Sturz niemandem aufgefallen. Außer den Bewohnern natürlich.
Einer von denen tauchte im Nebel seiner Sinne vor Jeng auf und hielt ihm ein Küchenmesser unter die Nase.
“Das war aber gar nicht nett!”

Verlagswebseite futsch?!

Aufgrund eines Intruder Angriffs auf meine Webseiten, bei denen eine kleine Lücke im Script ausgenutzt wurde, um Massen-Spam-eMails zu verschicken, habe ich in einem Anfall totaler Webtechnik-Amnesie die ganze Verlags-Seite gekillt.  Einige Daten noch gerettet, klar. Aber den Aufbau und das Design muss ich noch mal machen. Mal sehen, wann ich dazu komme …

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